Bindungsstil Abweisend vermeidend

Abweisend vermeidendes Bindungsverhalten

Der tief verankerte Glaube sich nicht auf andere verlassen zu können kennzeichnet Menschen dieses Bindungstyps! Sie sehen die Welt durch einen Wahrnehmungsfilter, der sagt: „Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“ Der Ursprung dieser Form von unsicherem Bindungsverhalten liegt in einer Ursprungsfamilie, in der zwar oft in materieller und struktureller Hinsicht (Routinen) ausreichend und teilweise sogar ausgezeichnet für das Kind gesorgt wurde, in der jedoch bei den Erwachsenen die Fähigkeiten dazu, emotionale Verbindung zum Kind aufzubauen und zu pflegen, fehlten. Die Eltern waren nicht in der Lage auf die Sorgen und Nöte ihres Kindes ausreichend einzugehen und ihm einen gesunden konstruktiven Umgang mit Gefühlen zu vermitteln und vorzuleben: Aus elterlichen Sätzen, wie „Ein Junge weint nicht!“ entsteht auch die für diese Menschen so typische fehlende Empathie für andere.

Die ausgesprochen großen Probleme mit Intimität („Into me see“) erwachsen aus dem Empfinden, daß Emotionen Schwäche sind, (zu) verletzlich machen und letzten Endes nur Schmerz erzeugen.

Menschen mit diesem Bindungsverhalten wurden in der Kindheit für Gefühlsäußerungen wiederholt abgewiesen. Daraus erwuchs die Lernerfahrung: „Ich werde geliebt und angenommen, wenn ich keine Gefühle zeige.“ Sie haben gelernt Gefühle zu unterdrücken, um sich nicht angreifbar zu machen und ausgeliefert zu fühlen. Wenn ihnen jemand (zu) nahe kommt und sie glauben die Kontrolle zu verlieren, dann entstehen Frustration, Irritation und ein Gefühl von Enge. Diese Empfindungen erwachsen aus dem Bestreben ihres Unterbewußtseins, sie vor Schmerz durch Nähe zu bewahren und führt zu ihren stark ausgeprägten Rückzugstendenzen.

In Intimbeziehungen entwickeln sie „Deaktivierungsstrategien“, die die nötige Distanz herstellen, die sie brauchen, um sich zu entspannen und sicher zu fühlen: Sie geben dem Partner z.B. ungern Rückversicherungen, fokussieren auf dessen Schwächen, idealisieren eine(n) Ex-Partner(in), führen Doppel-Leben, pflegen Geheimnisse oder gehen komplett aus dem Kontakt, wenn Situationen emotional werden könnten. Da sie es vermeiden, sich auf den Partner wirklich in der Tiefe einzulassen fällt es ihnen oft auch nicht sonderlich schwer, eine Beziehung abrupt ohne gravierende Gründe zu beenden. Aufgrund ihrer Glaubenssätze („Ich kann mich auf andere nicht verlassen“) sind sie nicht in der Lage ehrliches Bemühen, Zeit und Energie in eine Partnerschaft zu investieren. Und das führt natürlich dazu , daß die Beziehungen eines Menschen mit diesem Bindungsmuster oft ein schlechtes Fundament, wenig Stabilität und Widerstandskraft entwickeln können.

Bis zu einem gewissen Grade können sich abweisende Vermeider an einen Partner durch dessen Unterstützung und Zuverlässigkeit verbunden fühlen, weil es ihr Leben erleichtert und bereichert. Es entspricht auch ihrer Kindheitserfahrung und dem Bild von Beziehung, was ihnen die Eltern vorgelebt haben.

Was kann ich als Partner eines abweisenden Vermeiders tun, um die Rückzugstendenzen nicht zu verstärken?

Spreche über deine Gefühle und Bedürfnisse OHNE anzuklagen. Vermeide Kritik! Achte auf eine ruhige entspannte Gesprächsführung (Körpersprache/Tonfall). Gib genug Freiraum! Vermeide jede Form von Druck, Zwang und unreifer Kommunikation ( Manipulation / Sarkasmus / Abwertung / Beschuldigung / abwertende Mimik und Gestik usw.) Zeige deinem vermeidenden Partner Wertschätzung für die Dinge, die er für dich tut, denn es ist seine Art zu zeigen, daß er sich mit dir verbunden fühlt.

Was kann ich tun, wenn ich an mir abweisend vermeidende Bindungsmuster erkenne?

Als Betroffener wird es dir helfen, dich mit den Ursachen deiner Beziehungsprobleme intensiv auseinanderzusetzen. Arbeite daran immer offen und ehrlich zu sein! Mit Lügen verletzt du dein Gegenüber und dich selbst. Erkenne, auf welche Strategien du zurückgreifst, um Distanz zu schaffen und „ertappe dich dabei“. Mache dir bewußt, daß du damit deine Beziehung sabotierst! Frage dich: „Was sind meine unterbewußten Überzeugungen, die mich dazu bringen, mich zu verschließen?“ Erkenne, daß dahinter die in der Kindheit entstandene Angst vor Abweisung steht und daß du Liebe und Zuneigung brauchst, wie jeder andere Mensch auch. Letztlich geht es wie bei jedem unsicheren Bindungsverhalten darum, die unterbewußten Glaubenssätze umzuprogrammieren und durch solche zu ersetzen, die es dir ermöglichen in einer Beziehung wirklich anzukommen, glücklich zu sein und dich dennoch frei zu fühlen.

Häufig indizierte homöopathische Mittel, die Blockaden lösen und den Heilungsverlauf beschleunigen:

Kalium carbonicum / Natrium chloratum / Lycopodium / Staphisagria / Platinum / Acidum nitricum

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