Bindungsstil Abweisend vermeidend

Abweisend vermeidendes Bindungsverhalten

Der tief verankerte Glaube sich nicht auf andere verlassen zu können ist kennzeichnend für Menschen dieses Bindungstyps. Sie sehen die Welt durch einen Wahrnehmungsfilter, der aus der unbewussten Annahme besteht, dass jeder Mensch gänzlich auf sich selbst gestellt ist. Daraus resultiert auch ihre Tendenz zur Ablehnung und Flucht vor der Verantwortungsübernahme für andere. Die Wurzel dieser Form des unsicheren Bindungsverhaltens liegt in einer Herkunftsfamilie, die für materielle und strukturelle Belange (Routinen) gut und vielleicht sogar ausgezeichnet Sorge getragen hat, in der die Eltern aber nicht dazu fähig waren, eine emotionale Verbindung zum Kind aufzubauen und zu pflegen. Sie konnten auf die Sorgen und Nöte ihres Kindes nicht getrennt vom Verstand eingehen. Ein gesunder konstruktiver Umgang mit Gefühlen wurde durch sie weder vermittelt noch vorgelebt. Die Gefühle des Kindes abwertende Sätze, wie „Ein Junge weint nicht.“ haben zu der für diesen Bindungstyp so charakteristischen Empathielosigkeit geführt. Bei genauerem Hinsehen ist Mitgefühl oft durchaus vorhanden. Es kann nur nicht ausgedrückt werden, weil es Schamgefühle auslöst. Emotionen machen Angst und werden als Schwäche interpretiert. Wut ist meist eine Ausnahme, denn in der Regel hat sich ein Elternteil wiederholt auf diese Weise Erleichterung verschafft. Deshalb löst sie nicht die selben negativen Assoziationen aus.

Probleme mit Intimität („Into me see“) erwachsen aus der Verknüpfung von Emotionen mit Schwäche, Verletzlichkeit und Schmerz.

Menschen mit diesem Bindungsverhalten wurden in der Kindheit für Gefühlsäußerungen wiederholt gemaßregelt oder abgewiesen. Ihre Lernerfahrung war: „Ich werde nur dann akzeptiert und angenommen, wenn ich keine Gefühle zeige.“ Um nicht mehr angreifbar zu sein und sich nicht mehr ausgeliefert zu fühlen mußten sie sich die Fähigkeit aneignen, Emotionen zu unterdrücken oder besser noch - sie nicht mehr wahrzunehmen. Aus diesen Erfahrungen resultieren ihre ausgeprägten Rückzugstendenzen. Die Nähe zu einem anderen Menschen erzeugt ein diffuses Gefühl von Kontrollverlust. Frustration, Irritation und ein Gefühl von Enge entstehen. Diese Empfindungen spiegeln das Bestreben ihres Unterbewußtseins, sie vor Schmerz zu bewahren.

In Intimbeziehungen entwickeln abweisende Vermeider Deaktivierungsstrategien, die dazu dienen Distanz herzustellen. Sie brauchen diese Distanz, um sich zu entspannen und ein Gefühl von Sicherheit zurückzugewinnen. Zu diesen Deaktivierungsstrategien gehört z.B. ihr ambivalentes Verhalten, ihr Fokus auf die Schwächen des Gegenübers, die Idealisierung von Ex-Partnern, das Führen von Doppel-Leben, die Neigung Geheimnisse zu pflegen oder auch ihre kompletten Kontaktabbrüche, wenn in Situationen zu viele Emotionen im Spiel sind. Menschen mit diesem Bindungsverhalten lassen sich auf ihre Partner nie ganz ein. Deshalb fällt es ihnen oft nicht sonderlich schwer, eine Beziehung ohne gravierende Gründe abrupt zu beenden. Sie können sich nicht ehrlich um eine Beziehung bemühen, ihr Zeit und Energie widmen, denn das würde ihren Glaubenssätzen („Ich kann mich nicht auf andere verlassen“) widersprechen. Das führt natürlich dazu , daß ihre Beziehungen ein schlechtes Fundament haben. Sie können keine Stabilität und Widerstandskraft entwickeln.

Bis zu einem gewissen Grade können sich abweisende Vermeider an einen Partner durch dessen Unterstützung und Zuverlässigkeit verbunden fühlen, weil es ihr Leben erleichtert und bereichert. Es entspricht auch ihrer Kindheitserfahrung und dem Bild von Beziehung, was ihnen die Eltern vorgelebt haben.

Abweisend vermeidendes Bindungsverhalten - was kann ich als Partner tun?

Spreche über deine Gefühle und Bedürfnisse OHNE anzuklagen. Vermeide Kritik. Sei so konkret wie möglich. Achte auf ruhige entspannte Gesprächsführung (Körpersprache/Tonfall). Gib genug Freiraum. Vermeide jede Form von Druck, Zwang und unreifer Kommunikation (Manipulation / Sarkasmus / Abwertung / Beschuldigung / abwertende Mimik und Gestik usw.) Zeige deinem vermeidenden Partner Wertschätzung für das, was er für dich tut. Es ist seine Art zu zeigen, daß er sich mit dir verbunden fühlt.

Abweisend vermeidendes Bindungsverhalten - was kann ich als Betroffener tun?

Als Betroffener wird es dir helfen, dich mit den Ursachen deiner Beziehungsprobleme intensiv auseinanderzusetzen. Triff die Entscheidung ab sofort immer offen und ehrlich zu sein. Mit Lügen verletzt du dein Gegenüber und dich selbst. Erkenne, auf welche Strategien du zurückgreifst, um Distanz zu schaffen und „ertappe dich dabei“. Mache dir bewußt, daß du damit deine Beziehung sabotierst. Frage dich: „Was sind meine unterbewußten Überzeugungen, die mich dazu bringen, mich zu verschließen?“ Erkenne, daß dahinter die in der Kindheit entstandene Angst vor Abweisung steht und daß du Liebe und Zuneigung brauchst, wie jeder andere Mensch auch. Letztlich geht es wie bei jedem unsicheren Bindungsverhalten darum, die unterbewußten Glaubenssätze umzuprogrammieren und durch solche zu ersetzen, die es dir ermöglichen in einer Beziehung wirklich anzukommen, du selbst zu sein und dich verbunden und dennoch frei zu fühlen.

Häufig indizierte homöopathische Mittel, die Blockaden lösen und den Heilungsverlauf beschleunigen:

Kalium carbonicum / Natrium chloratum / Lycopodium / Staphisagria / Platinum / Acidum nitricum

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