Bindungsangst Herz

Was ist Bindungsangst?

Menschen mit Bindungsangst fällt es schwer stabile Beziehungen aufzubauen, obwohl sie sich im Innersten danach sehnen. Sie erleben emotionale und körperliche Nähe als Bedrohung. Deshalb gehen sie nach anfänglicher Verliebtheit auf Distanz. Bindungsangst kann sich aber auch in festen Beziehungen z.B. dadurch äußern, daß der Betroffene auf bestimmte "Deaktivierungs-Strategien" zurück greift: indem er sich unbewußt auf Fehler des Partners konzentriert, häufig Streit vom Zaun bricht, Affären pflegt, Ex-Partner idealisiert, sich körperlich zurück zieht oder offene Kommunikation verweigert. All das dient dem Zweck den entstehenden Nähe-Druck zu mindern.

Wie entsteht Bindungsangst?

Bindungsangst ist ein Selbstschutz-Mechanismus, der oft in der frühen Kindheit entstanden ist. Vor allem bei Männern liegt die Ursache häufig in einem gestörten Verhältnis zur Mutter, die dem Kind oft auf subtile Art und Weise vermittelt hat, daß ihre Liebe an Bedingungen gebunden ist. Da ein Kind die Verhaltensweise der Eltern nicht reflektieren kann glaubt es, daß das Problem in ihm liegt und daß es irgendwie "falsch" sein muß. So werden bei diesem Kind die Begriffe "Liebe" und "Bindung" mit unangenehmen Gefühlen verknüpft!

Bindungsangst löst sich nicht einfach auf. Sie nimmt im Laufe des Lebens sogar oft zu, weil unbewußte Glaubensmuster ("Ich bin nicht liebenswert und werde verlassen") durch die sich ständig wiederholenden negativen Erfahrungen immer nur eine weitere Bestätigung finden!

Die Ängste der Betroffenen

  • Grenzüberschreitung (mangelnde Fähigkeit klare Grenzen für sich zu setzen, weil ihre Grenzen als Kind ständig überschritten wurden)
  • Erwartungsdruck (durch erlebten emotionalen Mißbrauch von Bezugspersonen: "Du bist für meine Gefühle verantwortlich!")
  • Rollen spielen müssen (aufgrund von Anpassungsdruck/Beschämung durch Bezugspersonen bei unerwünschtem Verhalten)

Man kann daraus ableiten, daß die Problematik NICHT durch "Beschlusss" und "Zwang" lösbar ist! Das würde noch Holz ins Feuer werfen, weil es wieder einer Grenzüberschreitung gleich käme.

Was spielt Verlustangst für eine Rolle?

Bindungsangst geht immer mit Verlustangst einher: Das zwanghafte Halten von emotionaler Distanz zum Partner dient dem Schutz vor Verletzung durch verlassen werden! Die große Angst vor Zurückweisung (damals in der Kindheit war das eine existenzielle Bedrohung!!) macht es schwer eine wirkliche Verbindung einzugehen. Fatalerweise führen die daraus resultierenden Verhaltensweisen langfristig genau dazu - sie werden vom Partner, der sich allein und ungeliebt fühlt verlassen!

Wichtige Merkmale von Bindungsangst:

  1. fehlender Glaube an eine dauerhafte Beziehung (investieren nicht in sie / boykottieren sie mit ihrem Verhalten)
  2. Verpflichtungen und Erwartungen des Partners verursachen Panik
  3. hohes Routine- und Sicherheitsbedürfnis
  4. häufige Partnerwechsel / Untreue
  5. "warmer Wechsel" von einer Beziehung in die nächste
  6. Wahl vergebener, unerreichbarer oder weit weg lebender Partner
  7. regelmäßiger Rückzug nach Zeiten von Intimität
  8. Suche nach Fehlern und Gründen für eine Trennung
  9. Kälte und Distanziertheit als Schutz vor emotionaler Nähe
  10. meiden von Themen, die etwas festlegen oder "zementieren" (wie z.B. Zukunftsplanung)
  11. Unzuverlässigkeit / Doppel-Leben / Lügen (Fähigkeit zur Dissoziation vermeidet Schuldgefühle)
  12. Körperliche Symptome: Panik-Attacken / Beklemmungsgefühle / chronische Müdigkeit / Immunschwäche / Auto-Immunerkrankungen

Welche Lösungen gibt es?

Am Anfang steht die Annahme der Tatsache, daß du Bindungsangst hast. Mach dir bewußt, daß es nicht deine Schuld ist. Deine Angst ist ein Schutzmechanismus, der dir damals als Kind gedient hat. Mach dir bitte auch klar, daß du heute nicht mehr in Abhängigkeitsverhältnissen lebst! Du kannst jederzeit für dich und deine Belange Entscheidungen treffen. Du bist niemandem mehr schutzlos ausgeliefert.

Es führt aber auch kein Weg an der Ursachen-Suche vorbei. Die Negativ-Erfahrungen müssen aufgearbeitet werden.

Der richtige Umgang mit aufkommenden Gefühlen und das Zulassen von Verletzlichkeit durch eine offene Kommunikation muß Schritt für Schritt erlernt werden, um die bestehenden Schamgefühle aufzulösen. Ich unterstütze dich gerne dabei.

Bindungsangst beeinträchtigt die Lebensqualität von Betroffenen und ist eine Herausforderung für ihre Partner. Permanente Ängste, Unsicherheiten und emotionales Chaos rauben Energie und Lebensfreude. Letztlich kommt es unbehandelt oft zu körperlichen "Durchbruch-Symptomen." Wenn die Seele vor Schmerz nach einer Lösung schreit und nicht ernst genommen wird, dann bleibt unserem Organismus nur noch dieser Weg, um sich vielleicht endlich Gehör zu verschaffen.

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