Merkmale eines Kindes narzisstischer Eltern

Kind narzisstischer Eltern?

Ich möchte in diesem Artikel auf die typischsten Auffälligkeiten eingehen, die Kinder von Eltern mit narzisstischen Verhaltensweisen entwickeln.

Informationen zum Thema Narzisstische Eltern findest du hier: Narzisstische Eltern - 10 Merkmale

Eine gesunde Psyche ist die Grundlage für harmonische zwischenmenschliche Beziehungen und ein erfülltes, glückliches Leben. Eltern tragen hier eine große Verantwortung. Dessen sollten sie sich bewußt sein.

Die wichtigsten Merkmale:

  1. Eine starke Polarität hinsichtlich Vertrauen: Das Kind tendiert im späteren Leben dazu, anderen und sich selbst entweder zu viel oder nicht genug zu vertrauen. Die Ursache dafür liegt in dem auf der einen Seite sehr liebevollen, überschwenglichen Umgang mit dem Kind und dem auf der anderen Seite oft demütigenden und bestrafenden Verhalten der Eltern. Da das Kind als Verlängerung der eigenen Persönlichkeit und nicht als eigenständiges Wesen wahrgenommen wird, neigen narzisstische Eltern dazu, hohe Erwartungen an das Kind zu haben. Bei Nichterfüllung wird es verbal oder emotional bestraft.
  2. Ein tiefer Wunsch nach Liebe und Nähe, gleichzeitig jedoch auch große Furcht davor. Das resultiert aus ihrer ambivalenten Erfahrung in Beziehungen. Sie haben viel Liebe und Zuneigung bekommen, sie war aber in der Regel an bestimmte Erwartungen geknüpft.
  3. Hypervigilanz (extrem wachsam den Menschen in ihrer Umgebung gegenüber). Sie entstand, weil sie ihr Verhalten an die Wechselhaftigkeit der Stimmung ihrer Eltern anpassen mußten.
  4. Aufgrund ihrer großen Angst vor Fehlern, für die sie oft bestraft wurden wachsen diese Kinder in der Regel zu Perfektionisten heran. Es begleitet sie immer das Gefühl nicht gut genug zu sein.
  5. Schlechte Grenzsetzung: Die Ursache dafür liegt im fehlenden Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen, den sie durch ihr nach außen gerichtet sein verloren haben. Von den Eltern wurden ihre Grenzen oft verletzt. Für ihre Lebensgrundlagen wurde zwar Sorge getragen, aber emotionale Bedürfnisse sind negativ belegt. Sie lösen Schamgefühle aus, weil sie wiederholt abgelehnt oder ignoriert wurden.
  6. Aufgrund der emotionalen Achterbahn-Erlebnisse in der Kindheit erwarten sie nach schönen Momenten negative Konsequenzen ("waiting for the other shoe to drop") und neigen aufgrund dessen zu Selbstsabotage. D.h. sie verursachen dann unterbewußt durch ihr Verhalten Beziehungskrisen.
  7. Verstrickung in toxische Beziehungen: Die tiefe Sehnsucht danach gesehen zu werden macht sie anfällig für Love Bombing und das spätere mißbräuchliche Verhalten eines Partners wird lange Zeit geduldet. Es entspricht ihren stillschweigenden Überzeugungen und fühlt sich vertraut an, denn sie haben Liebe unterbewußt mit Schmerz verknüpft.
  8. Der Wille mit aller Macht unabhängig zu bleiben: Dieser Drang entsteht, weil narzisstische Eltern ihr Kind als eine Art Resource nutzen, um den eigenen Selbstwert zu stabilisieren. So entwickelt sich ihr diffuses Gefühl von anderen in Beziehungen benutzt zu werden.
  9. Schwierigkeiten damit, Hilfe in Anspruch zu nehmen und zu empfangen: Die Eltern haben dem Kind gegenüber zum Ausdruck gebracht, daß Liebe und Unterstützung an Bedingungen geknüpft ist.
  10. Zerrissensein zwischen dem Bedürfnis sich mitzuteilen und zu öffnen und dem Wunsch sich zu verstecken und zu verschließen: Das resultiert aus der Erfahrung, daß sie manche Gefühle und Gedanken besser für sich behalten sollten, um Strafe zu entgehen. Da sie nicht alles offen teilen und oft Geheimnisse haben fühlen sie sich als Erwachsene in Beziehungen auch weniger mit ihrem Partner verbunden.
  11. Außergewöhnliche Kapazität tiefe Gefühle zu entwickeln: Sie mußten lernen, ihre Eltern trotz zugefügter emotionaler Verletzungen zu lieben.
  12. Chronische Schuldgefühle (nicht gut genug / fehlerhaft zu sein): Es ist für sie unbedingt notwendig einen konstruktiven Umgang mit Schuldgefühlen zu erlernen!! Chronische Schuldgefühle werden mit der Entwicklung von Autoimmun-Erkrankungen in Verbindung gebracht!
  13. Im späteren Leben sind Kinder narzißtischer Eltern harte Arbeiter. Sie überschreiten dabei oft ihre Grenzen, da sie gelernt haben, daß ihre Anstrengungen nie reichen und weil sie ihre eigenen Bedürfnisse so mangelhaft wahrnehmen.
  14. Aufgrund ihrer Sehnsucht nach Liebe und der gleichzeitig ausgeprägten Angst davor entwickeln diese Kinder ein ängstlich vermeidendes Bindungsverhalten. Dazu kannst du dich hier genauer belesen:  ängstlich vermeidendes Bindungsverhalten. Die Tragik dieser Menschen liegt in der tiefen Sehnsucht nach Verbindung und der gleichzeitigen Angst vor Kontrollverlust. Es ist ein Kräfte zehrender Kampf darum, endlich irgendwo anzukommen. Unerkannt und unbehandelt führt er oft in die Depression oder chronische Krankheit.

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